🕊️ FinanzplanungFreiwillige Altersvorsorge: Gesetzliche Rente, bAV, Riester und Rürup im Vergleich
Deutschland bietet mehrere Wege, um für den Ruhestand vorzusorgen — die gesetzliche Rente als Basis, dazu freiwillige Ergänzungen wie bAV, Riester- und Rürup-Rente, jeweils mit eigenen Regeln zu Förderung, Zugang und Flexibilität.
Gesetzliche Rentenversicherung als Basis
Angestellte zahlen verpflichtend in die gesetzliche Rentenversicherung ein, aktuell mit einem Beitragssatz von 18,6%, je zur Hälfte von Arbeitnehmer und Arbeitgeber getragen. Die Höhe der späteren Rente hängt von Ihrer individuellen Beitragshistorie ab, nicht von einem festen Betrag — Ihre voraussichtliche Rente können Sie Ihrer jährlichen Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung entnehmen.
Betriebliche Altersvorsorge (bAV)
Bei der bAV zahlen Sie (oft mit einem gesetzlich vorgeschriebenen Arbeitgeberzuschuss von mindestens 15% bei Entgeltumwandlung) Beiträge aus Ihrem Bruttogehalt in eine betriebliche Vorsorge ein — das senkt Ihre Steuer- und Sozialabgabenlast in der Ansparphase, die spätere Rente wird dafür regulär versteuert und ist meist kranken- und pflegeversicherungspflichtig. Ein Arbeitgeberzuschuss macht die bAV häufig zu einer der günstigsten Formen zusätzlicher Vorsorge.
Riester- und Rürup-Rente: Unterschiedliche Zielgruppen
Die Riester-Rente arbeitet mit staatlichen Zulagen (besonders vorteilhaft für Angestellte mit Kindern) statt reinem Steuervorteil. Die Rürup-Rente (Basisrente) funktioniert umgekehrt: keine Zulagen, aber ein hoher steuerlicher Sonderausgabenabzug — für 2026 sind Altersvorsorgeaufwendungen bis zu 30.826 € (Einzelveranlagung) bzw. 61.652 € (Zusammenveranlagung) absetzbar, wobei Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung auf diesen Höchstbetrag angerechnet werden. Die Rürup-Rente richtet sich damit vor allem an Selbstständige und Gutverdienende ohne Zugang zu Riester-Zulagen.
Häufig gestellte Fragen
- Wie hoch ist der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung?
- Aktuell 18,6% des Bruttogehalts, je zur Hälfte von Arbeitnehmer und Arbeitgeber getragen.
- Was ist der Unterschied zwischen bAV und Rürup-Rente?
- Die bAV läuft über den Arbeitgeber (oft mit gesetzlichem Zuschuss) und senkt Steuer- und Sozialabgaben in der Ansparphase. Die Rürup-Rente (Basisrente) ist unabhängig vom Arbeitgeber, bietet einen hohen Sonderausgabenabzug und richtet sich vor allem an Selbstständige und Gutverdienende.
- Für wen lohnt sich die Riester-Rente besonders?
- Vor allem für Angestellte mit Kindern, da die staatlichen Zulagen (nicht ein reiner Steuervorteil wie bei der Rürup-Rente) den größten Teil des Vorteils ausmachen.
- Sollte ich gesetzliche Rente, bAV oder private Geldanlage priorisieren?
- Bietet der Arbeitgeber einen bAV-Zuschuss an, ist das oft der günstigste erste Schritt. Danach lohnt sich eine individuelle Abwägung zwischen Riester-/Rürup-Rente (mit staatlicher Förderung, aber gebundenem Geld) und einem flexibleren ETF-Sparplan außerhalb der Altersvorsorge.
Informativer Inhalt, keine Finanz-, Steuer- oder Rechtsberatung. Prüfen Sie Beträge, Grenzwerte und aktuelle Bedingungen direkt bei offiziellen Quellen (BaFin, Deutsche Rentenversicherung, Bundesagentur für Arbeit), bevor Sie eine Entscheidung treffen.