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Notgroschen: wie viel brauchen Sie?

Ein Notgroschen ist Geld, das Sie für das Unerwartete zurücklegen — Stellenverlust, eine dringende Zahnbehandlung, ein Auto, das die MFK nicht besteht, eine kaputte Waschmaschine. Ohne Reserve wird jede unerwartete Ausgabe zu einer kleinen Finanzkrise, die man leicht mit teuren Schulden löst. Mit Reserve wird sie zu einem beherrschbaren Ereignis. Die Frage ist, wie gross die Reserve sein soll, wo sie liegen soll und wie Sie sie aufbauen, ohne dass sie Ihr ganzes Budget übernimmt.

So bestimmen Sie den Betrag

Gehen Sie von Ihren notwendigen Monatsausgaben aus — Miete, Krankenkassenprämie, Essen, Strom, Versicherungen, Verkehr, Telefon und Internet sowie die Mindestzahlungen auf allfällige Schulden —, nicht von Ihrem ganzen Einkommen. Multiplizieren Sie mit der Anzahl Monate, die Sie ohne Einkommen überbrücken möchten.

Eine gängige Faustregel sind drei bis sechs Monate der notwendigen Ausgaben. In der Schweiz zahlt die Arbeitslosenversicherung nur 70 oder 80 % des versicherten Verdiensts und erst nach Wartetagen — ein Notgroschen federt genau diese Lücke ab. Sind Sie selbständig, Alleinverdienerin oder in einer schwankenden Branche, zielen Sie auf das obere Ende.

Wo der Notgroschen liegen soll

Der Notgroschen muss sicher und innert weniger Tage verfügbar sein — also auf einem Sparkonto mit Einlagensicherung esisuisse, nicht in der Säule 3a, in Aktien oder in einer langen Kassenobligation. Es geht nicht darum, dass er wächst, sondern darum, dass er genau dann da ist, wenn Sie ihn brauchen.

Halten Sie ihn auf einem separaten Konto vom Alltagsgeld, damit Sie nicht hineingreifen, aber im selben E-Banking, damit er eine Umbuchung entfernt ist. Achten Sie auf das gebührenfreie Bezugslimit und eine allfällige Kündigungsfrist des Sparkontos.

So bauen Sie ihn auf

Haben Sie noch gar keine Reserve, beginnen Sie mit einem Zwischenziel von einem Netto-Monatslohn und stellen Sie dieses vor zusätzliche Schuldenrückzahlung und vor jedes freie Investieren. Eine kleine Reserve deckt bereits die meisten Alltagskrisen.

Richten Sie einen Dauerauftrag auf das Notgroschen-Konto für den Tag nach dem Lohneingang ein und leiten Sie Einmalbeträge — eine Steuerrückzahlung, einen Bonus, das 13. Monatsgehalt — dorthin, bis das Ziel erreicht ist. Ist der Notgroschen voll, lenken Sie denselben Betrag ins langfristige Sparen um.

Häufig gestellte Fragen

Reichen drei Monatsausgaben als Notgroschen?
Für jemanden mit sicherer unbefristeter Anstellung ist das ein vernünftiges Minimum. Weil die Arbeitslosenversicherung nur 70–80 % des versicherten Verdiensts zahlt und Wartetage kennt, zielen viele auf sechs Monate — mehr, wenn sie selbständig, alleinverdienend oder befristet angestellt sind. Rechnen Sie mit den notwendigen Ausgaben, nicht mit dem ganzen Einkommen.
Soll ich zuerst Schulden abbauen oder den Notgroschen aufbauen?
Bauen Sie zuerst eine kleine Startreserve auf — ohne sie müssen Sie bei der nächsten unerwarteten Ausgabe wieder Schulden machen. Danach greifen Sie hochverzinsliche Schulden (Kreditkarte, Konsumkredit) entschlossen an, bevor Sie den Notgroschen auf die vollen drei bis sechs Monate ausbauen.
Kann ich meine Säule 3a als Notgroschen nutzen?
Nein. Die Säule 3a lässt sich nur in bestimmten Fällen beziehen — frühestens fünf Jahre vor dem Referenzalter, oder für Wohneigentum, Selbständigkeit oder definitiven Wegzug aus der Schweiz. Sie ist nicht verfügbar genug für einen Notgroschen, und ihr Wert kann tief stehen, wenn Sie ihn brauchen.

Informativer Inhalt, keine Finanz-, Steuer- oder Rechtsberatung. Prüfen Sie Beträge, Grenzwerte und aktuelle Bedingungen direkt bei offiziellen Quellen (FINMA, Ausgleichskasse, Eidgenössische Steuerverwaltung, RAV/SECO, esisuisse), bevor Sie eine Entscheidung treffen.

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