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Arbeitslosengeld in Österreich: Anspruch, Höhe und Dauer

Die Arbeitslosenversicherung in Österreich ist beitragsfinanziert: Sie zahlen als Arbeitnehmer über die Sozialversicherung ein und erwerben damit Anspruch auf Arbeitslosengeld, wenn Sie unverschuldet arbeitslos werden. Das Arbeitslosengeld wird vom AMS (Arbeitsmarktservice) ausgezahlt und ist als Ersatz eines Teils des Einkommens gedacht, nicht als vollständiger Ersatz. Dieser Ratgeber geht durch die Anwartschaft, die Höhe, die Bezugsdauer und was danach kommt.

Anwartschaft und Verfügbarkeit

Für den erstmaligen Bezug brauchen Sie 52 Wochen arbeitslosenversicherungspflichtige Beschäftigung innerhalb der letzten 24 Monate. Bei jedem weiteren Bezug reichen 28 Wochen innerhalb der letzten 12 Monate. Für unter 25-Jährige gilt eine kürzere Anwartschaft von 26 Wochen in 12 Monaten.

Sie müssen beim AMS gemeldet, arbeitsfähig, arbeitswillig und arbeitslos sein, aktiv Arbeit suchen und zumutbare Stellen annehmen. Kündigen Sie selbst ohne wichtigen Grund oder werden Sie verschuldet entlassen, gibt es eine Sperrfrist von vier Wochen, in der nichts ausgezahlt wird.

Höhe und Bezugsdauer

Der Grundbetrag beträgt 55 % des täglichen Nettoeinkommens (Nettoersatzrate). Dazu kommen Familienzuschläge für unterhaltsberechtigte Angehörige und, bei niedrigem Einkommen, ein Ergänzungsbetrag, der die Leistung auf bis zu rund 60 bis 80 % des Netto hebt. Bemessungsgrundlage ist das Einkommen des vorletzten oder letzten Kalenderjahres.

Die Bezugsdauer beträgt 20 Wochen im Regelfall, 30 Wochen nach mindestens 3 Jahren Beschäftigung in den letzten 5 Jahren, 39 Wochen ab 40 Jahren mit 6 Jahren Beschäftigung in 10 Jahren und 52 Wochen ab 50 Jahren mit 9 Jahren Beschäftigung in 15 Jahren. Zeiten in AMS-Schulungen können sie verlängern.

Notstandshilfe und was Sie tun müssen

Ist das Arbeitslosengeld ausgeschöpft und Sie sind weiter arbeitslos, können Sie Notstandshilfe beantragen. Sie beträgt rund 92 bis 95 % des vorherigen Arbeitslosengeldes, ist aber bedarfsorientiert — eigenes Vermögen über einem Freibetrag wird berücksichtigt, das Partnereinkommen seit 2018 großteils nicht mehr. Die Notstandshilfe kann unbefristet bezogen werden, solange die Voraussetzungen erfüllt sind.

Während des Bezugs müssen Sie Termine beim AMS wahrnehmen, Ihre Bewerbungen nachweisen und an Schulungen teilnehmen, wenn das AMS sie anordnet. Verstöße führen zu einer Sperre oder zum Verlust des Anspruchs. Ein eigener Notgroschen ist ein wichtiges Sicherheitsnetz zusätzlich zum Arbeitslosengeld.

Häufig gestellte Fragen

Muss ich in einer Gewerkschaft sein, um Arbeitslosengeld zu bekommen?
Nein. Die Arbeitslosenversicherung ist Teil der gesetzlichen Sozialversicherung, die über Ihr Dienstverhältnis läuft. Gewerkschaftsmitgliedschaft spielt keine Rolle.
Wie lange muss ich gearbeitet haben, um Anspruch zu haben?
Für den erstmaligen Bezug 52 Wochen arbeitslosenversicherungspflichtige Beschäftigung in den letzten 24 Monaten. Bei weiteren Bezügen 28 Wochen in 12 Monaten, für unter 25-Jährige 26 Wochen in 12 Monaten.
Wie lange bekomme ich Arbeitslosengeld?
20 Wochen im Regelfall, 30 Wochen nach 3 Jahren Beschäftigung in 5 Jahren, 39 Wochen ab 40 mit 6 Jahren in 10 Jahren, 52 Wochen ab 50 mit 9 Jahren in 15 Jahren. Danach kommt die bedarfsorientierte Notstandshilfe.

Informativer Inhalt, keine Finanz-, Steuer- oder Rechtsberatung. Prüfen Sie Beträge, Grenzwerte und aktuelle Bedingungen direkt bei offiziellen Quellen (FMA, Pensionsversicherungsanstalt, Finanzamt, AMS, Einlagensicherung AUSTRIA), bevor Sie eine Entscheidung treffen.

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