🕊️ FinanzplanungSo funktioniert die Lohnsteuer in Österreich
Das Einkommen in Österreich wird über einen progressiven Tarif besteuert, den der Arbeitgeber als Lohnsteuer direkt vom Gehalt abzieht. Daneben werden Sozialversicherungsbeiträge einbehalten, die Pensions-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung finanzieren. Kapitalerträge werden gesondert mit der Kapitalertragsteuer besteuert. Dieser Ratgeber gibt einen Überblick; die genauen Tarifstufen und Beträge werden jährlich vom Gesetzgeber angepasst und vom Finanzamt veröffentlicht.
Lohnsteuertarif und Sozialversicherung
Der Lohnsteuertarif ist progressiv und in Stufen aufgebaut: Ein Grundbetrag bleibt steuerfrei (2026 rund 13.300 € Jahreseinkommen), darüber gelten Grenzsteuersätze von 20 %, 30 %, 40 %, 48 % und 50 % (55 % für Einkommen über einer Million war bis 2025 befristet). Der Satz gilt jeweils nur für den Teil des Einkommens in der Stufe, ein höherer Tarif macht Sie also nie insgesamt schlechter.
Vom Bruttolohn werden zusätzlich rund 18 % Sozialversicherung als Arbeitnehmeranteil einbehalten (Pensions-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung), bis zur Höchstbeitragsgrundlage. Der 13. und 14. Bezug (Urlaubs- und Weihnachtsgeld) wird günstiger besteuert — mit 6 % nach einem Freibetrag.
Absetzbeträge und Arbeitnehmerveranlagung
Absetzbeträge senken die Steuer direkt, Euro für Euro. Der Verkehrsabsetzbetrag steht jedem Erwerbstätigen zu; dazu kommen der Familienbonus Plus pro Kind, der Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag, die Pendlerpauschale und der Pendlereuro sowie Absetzbeträge für Kirchenbeitrag, Spenden und außergewöhnliche Belastungen.
Über die Arbeitnehmerveranlagung (früher „Jahresausgleich“) holen Sie zu viel gezahlte Lohnsteuer zurück oder machen Ausgaben geltend, die im laufenden Lohnzettel nicht berücksichtigt wurden. Sie können sie bis zu fünf Jahre rückwirkend einreichen — viele lassen so Geld liegen.
Kapitalertragsteuer und der Grenzsteuersatz
Zinsen aus einem Sparkonto werden mit 25 % Kapitalertragsteuer besteuert, Kursgewinne, Dividenden und Fondsausschüttungen mit 27,5 %. Die inländische Bank zieht die KESt automatisch ab — für diese Erträge müssen Sie nichts erklären. Eine allgemeine Vermögensteuer und eine Behaltefrist für Wertpapiere gibt es nicht.
Ihr Grenzsteuersatz — die Steuer auf Ihren nächsten Euro Einkommen — ist Lohnsteuer plus Sozialversicherung. Für jemanden in einer höheren Tarifstufe liegt er bei rund 45 bis 50 %. Das ist wichtig, wenn Sie einen Beitrag in die Zukunftsvorsorge oder zusätzliche Arbeit abwägen.
Häufig gestellte Fragen
- Ab welchem Einkommen zahle ich Lohnsteuer?
- Ein Grundbetrag von rund 13.300 € Jahreseinkommen bleibt 2026 steuerfrei. Darüber beginnt der Tarif mit 20 % und steigt in Stufen. Der genaue Wert wird jährlich angepasst und vom Finanzamt veröffentlicht.
- Ist die Sozialversicherung nur eine weitere Steuer?
- Nein, es ist ein Versicherungsbeitrag. Die Beiträge begründen Ihren Anspruch auf gesetzliche Pension, Krankenbehandlung, Arbeitslosengeld und andere Leistungen. Ohne ausreichende Beitragszeiten sind diese Ansprüche reduziert oder fallen weg.
- Was kann ich über die Arbeitnehmerveranlagung zurückholen?
- Zu viel gezahlte Lohnsteuer, nicht berücksichtigte Absetzbeträge (Familienbonus, Pendlerpauschale, Alleinverdiener), Werbungskosten, Sonderausgaben (Kirchenbeitrag, Spenden) und außergewöhnliche Belastungen. Sie können sie bis zu fünf Jahre rückwirkend einreichen.
Informativer Inhalt, keine Finanz-, Steuer- oder Rechtsberatung. Prüfen Sie Beträge, Grenzwerte und aktuelle Bedingungen direkt bei offiziellen Quellen (FMA, Pensionsversicherungsanstalt, Finanzamt, AMS, Einlagensicherung AUSTRIA), bevor Sie eine Entscheidung treffen.