Save Money to Invest
🏦 Banken

Was ist die KSV-Warnliste und wie funktioniert eine Bonitätsprüfung?

Wenn Sie einen Kredit, eine Kreditkarte, einen Handyvertrag mit Gerät oder einen Mietvertrag beantragen, prüft die Gegenseite fast immer Ihre Bonität, um das Risiko einzuschätzen, dass Sie nicht zahlen. In Österreich führen der KSV1870 (Kreditschutzverband von 1870) und CRIF die wichtigsten Bonitätsdatenbanken. Dazu kommt die „Warnliste der österreichischen Kreditinstitute“, in die Banken Kunden mit gekündigten oder notleidenden Krediten eintragen. Zu verstehen, was gespeichert wird, was die Einschätzung beeinflusst und wie lange Einträge bleiben, hilft Ihnen, Ihre Bonität zu pflegen.

Was eine Bonitätsauskunft enthält

Eine Bonitätsauskunft enthält unter anderem Ihre Adress- und Identitätsdaten, laufende Kredite und deren Rückzahlungsverhalten, offene Inkassoforderungen sowie Einträge in der Warnliste oder in Insolvenzdateien. Daraus errechnen die Auskunfteien einen Bonitätsindex, den Kreditgeber in ihre Entscheidung einbeziehen.

Jede Kreditanfrage wird als Anfrage vermerkt. Viele Anfragen in kurzer Zeit können so wirken, als bräuchten Sie dringend Geld, und die Bonität vorübergehend senken. Reine Konditionsanfragen sollten von echten Kreditanträgen unterschieden gemeldet werden — fragen Sie im Zweifel nach.

Warnliste und Zahlungsverzug

Ein Eintrag in der Warnliste der Banken entsteht, wenn ein Kredit fällig gestellt oder gerichtlich betrieben wird. Solche „harten“ Merkmale bleiben lange sichtbar und machen es sehr schwer, neue Kredite oder Kreditkarten zu bekommen. Negative Zahlungserfahrungen bei Auskunfteien werden nach einer bestimmten Frist gelöscht, oft rund drei bis fünf Jahre nach Erledigung.

Ein paar Tage zu spät bei einer Rechnung führt für sich genommen zu keinem Eintrag — zuerst kommen Mahnung und Inkassoschreiben. Erst wenn eine anerkannte Forderung offen bleibt und betrieben wird, wird sie gespeichert. Zahlen oder bestreiten Sie rechtzeitig, um das zu vermeiden.

Ihre eigenen Daten im Blick behalten

Sie haben das Recht, einmal jährlich kostenlos eine Selbstauskunft bei KSV1870 und CRIF zu verlangen. Nutzen Sie das regelmäßig, besonders vor einem größeren Antrag, damit Sie Fehler berichtigen können, bevor sie Probleme machen.

Sind Sie Opfer von Betrug geworden oder wollen sich schützen, können Sie eine Sperre eintragen lassen, sodass neue Kreditanfragen zusätzliche Identitätsprüfungen auslösen. Bei Verjährung oder erledigten Forderungen können Sie die Löschung verlangen.

Häufig gestellte Fragen

Sinkt meine Bonität, wenn ich Kredite vergleiche?
Eine einzelne Anfrage hat wenig Wirkung. Viele Anfragen in kurzer Zeit können die Bonität vorübergehend senken. Beim Wohnkredit werden mehrere Anfragen innerhalb kurzer Zeit oft milder bewertet, weil klar derselbe Kauf dahintersteht.
Wie lange bleibt ein negativer Eintrag?
Negative Zahlungserfahrungen bei den Auskunfteien werden meist rund drei bis fünf Jahre nach Erledigung gelöscht. Einträge zu Insolvenzen und Warnlisten-Merkmale bleiben länger sichtbar.
Kann ich meine eigene Bonitätsauskunft kostenlos einsehen?
Ja. Sie haben das Recht auf eine kostenlose Selbstauskunft pro Jahr bei jeder Auskunftei. Fordern Sie sie direkt bei KSV1870 und CRIF an, da Kreditgeber unterschiedliche Datenbanken nutzen.

Informativer Inhalt, keine Finanz-, Steuer- oder Rechtsberatung. Prüfen Sie Beträge, Grenzwerte und aktuelle Bedingungen direkt bei offiziellen Quellen (FMA, Pensionsversicherungsanstalt, Finanzamt, AMS, Einlagensicherung AUSTRIA), bevor Sie eine Entscheidung treffen.

Weitere Artikel