🌱 EinsteigerWas sind Fonds und ETFs, und wie wählen Sie richtig?
Ein Fonds ist ein gemeinsamer Topf: Viele Anleger zahlen Geld ein, und eine Verwaltung kauft nach den Fondsregeln einen Korb aus Wertpapieren. Sie besitzen Anteile am Fonds und tragen sowohl Anstiege als auch Rückgänge mit. Fonds sind der häufigste Weg, in Österreich zu investieren, weil sie das Risiko automatisch streuen und wenig Arbeit machen. Doch der Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Fonds kann groß sein, vor allem wegen der Kosten. Hier gehen wir die Fondstypen durch, wie die Kosten das Endergebnis beeinflussen und worauf Sie vor dem Kauf achten sollten.
Die häufigsten Fondstypen
Aktienfonds legen in Aktien an und haben die höchste erwartete Rendite, aber auch die größten Schwankungen. Anleihenfonds legen in Anleihen und andere Zinspapiere an, schwanken weniger und bringen weniger Rendite. Mischfonds kombinieren beides. Indexfonds versuchen nicht, den Markt zu schlagen, sondern bilden zu niedrigen Kosten einen Index ab (etwa einen weltweiten Aktienindex oder den ATX).
Aktiv verwaltete Fonds versuchen, Gewinner auszuwählen, und verlangen dafür mehr. Studien zeigen, dass die meisten aktiven Fonds langfristig nach Kosten ihren Vergleichsindex nicht schlagen — deshalb sind günstige Indexfonds zu einem üblichen Kernbestandteil geworden.
Warum die Kosten so wichtig sind
Die Fondskosten werden als jährlicher Prozentsatz des Kapitals angegeben (die laufenden Kosten bzw. die Gesamtkostenquote) und laufend abgezogen, egal ob der Fonds gut oder schlecht läuft. Der Unterschied zwischen 0,2 % und 1,5 % klingt klein, kann aber über 30 Jahre bei einem mittelgroßen Depot zehntausende Euro kosten, weil die Kosten auch die künftige Rendite auf dieses Geld wegnehmen.
Achten Sie besonders auf Fonds, die über einen Berater mit Provision oder am Bankschalter verkauft werden — sie haben oft höhere Kosten und zusätzlich einen Ausgabeaufschlag. Ein Fondswechsel im Depot löst KESt auf die bisherigen Gewinne aus, also ist es sinnvoll, gleich einen günstigen Fonds zu wählen.
So wählen Sie
Für die meisten reichen ein oder zwei breite, günstige Indexfonds: ein weltweiter Aktienfonds als Kern, bei Bedarf ergänzt um einen Anleihenfonds, wenn Sie das Risiko senken wollen. Mehr Fonds bringen selten bessere Streuung und machen das Depot nur unübersichtlicher.
Passen Sie das Risiko zum Zeithorizont an: Je näher Sie am Ziel sind, desto größer der Anteil Anleihenfonds. Geld, das Sie innerhalb von drei Jahren brauchen, gehört in der Regel gar nicht in Aktienfonds.
Häufig gestellte Fragen
- Was sind angemessene Fondskosten?
- Für einen breiten Indexfonds (ETF) sind 0,1 bis 0,4 % pro Jahr üblich und angemessen. Aktiv verwaltete Aktienfonds liegen oft bei 1,5 bis 2 %, dazu kommt häufig ein Ausgabeaufschlag. Je höher die Kosten, desto mehr muss der Fonds überdurchschnittlich abschneiden, nur um mit einem günstigen Indexfonds gleichzuziehen.
- Was bedeutet ausschüttend und thesaurierend?
- Ein ausschüttender Fonds zahlt die Erträge einmal jährlich aus, ein thesaurierender legt sie automatisch wieder an. In beiden Fällen fällt in Österreich KESt an; bei thesaurierenden Fonds rechnet die inländische Bank die ausschüttungsgleichen Erträge jährlich ab.
- Kann ich mit einem breiten Fonds mein ganzes Geld verlieren?
- In der Praxis nicht bei einem weltweiten Indexfonds, weil er tausende Unternehmen in vielen Ländern hält. Der Wert kann in einer Krise stark fallen, aber dass alle Unternehmen der Welt gleichzeitig wertlos werden, ist kein realistisches Szenario. Einzelaktien und schmale Fonds sind eine andere Sache.
Informativer Inhalt, keine Finanz-, Steuer- oder Rechtsberatung. Prüfen Sie Beträge, Grenzwerte und aktuelle Bedingungen direkt bei offiziellen Quellen (FMA, Pensionsversicherungsanstalt, Finanzamt, AMS, Einlagensicherung AUSTRIA), bevor Sie eine Entscheidung treffen.