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Investieren in der Schweiz: ein Leitfaden für Einsteiger

In der Schweiz mit dem Investieren anzufangen ist einfacher, als es klingt. Sie brauchen ein Bankkonto oder ein Depot bei einer Bank oder einem Online-Broker, einen Weg, regelmässig einzuzahlen, und ein paar Grundentscheidungen zu Risiko und Zeithorizont. Diese Anleitung geht die Schritte der Reihe nach durch: zuerst einen Notgroschen aufbauen, die Säule 3a nutzen, breite und günstige Fonds wählen, die Beiträge automatisieren und die Zeit für sich arbeiten lassen. Ausserdem behandeln wir die häufigsten Einsteigerfehler und die Steuerpunkte, die in der Schweiz besonders sind.

Schritt 1: zuerst der Notgroschen, dann die Geldanlage

Bevor Sie einen Franken investieren, sollten Sie einen Notgroschen auf einem Sparkonto haben, der drei bis sechs Monate der notwendigen Ausgaben deckt. Ohne ihn müssen Sie im schlechtesten Moment Anlagen verkaufen, wenn etwas Unerwartetes passiert.

Steht der Notgroschen, können Sie Geld investieren, das Sie mindestens fünf Jahre nicht brauchen. Je länger der Zeithorizont, desto mehr Zeit haben die Kursschwankungen, sich auszugleichen.

Schritt 2: Säule 3a, dann ein Wertschriftendepot

Für die meisten Erwerbstätigen ist die Säule 3a der erste Ort zum Investieren. Sie können jährlich bis zu einem Maximalbetrag einzahlen (mit Pensionskasse rund 7'258 CHF im Jahr 2025) und diesen Betrag vollständig vom steuerbaren Einkommen abziehen. Das ist eine sichere Rendite über die Steuerersparnis. Wählen Sie eine 3a-Lösung mit Wertschriften und tiefen Gebühren, deren Aktienquote zu Ihrem Zeithorizont passt — keine reine Kontolösung, wenn bis zur Pensionierung noch Jahrzehnte sind.

Über die Säule 3a hinaus ist ein breit gestreuter, günstiger Aktien-ETF auf den Weltmarkt eine übliche Wahl für Geld, das lange liegen bleiben kann. Kursgewinne auf Wertschriften im Privatvermögen sind in der Schweiz für die meisten Anlegerinnen und Anleger steuerfrei; Dividenden und Zinsen dagegen sind als Einkommen steuerbar, und das Depot zählt zum steuerbaren Vermögen.

Schritt 3: automatisieren und dranbleiben

Richten Sie einen Dauerauftrag auf Ihr Anlagekonto oder Ihre 3a-Lösung ein, für den Tag nach dem Lohneingang. Einen festen Betrag jeden Monat zu investieren, unabhängig vom Kursstand, nimmt Ihnen das Raten nach dem richtigen Zeitpunkt ab.

Die häufigsten Fehler sind: bei einem Kurssturz panisch in Cash umzuschichten (und den Verlust festzuschreiben), Produkte mit hohen Gebühren zu wählen und die Strategie oft zu ändern. Ein einfacher Plan, den Sie zehn Jahre durchhalten, schlägt meist einen ausgeklügelten Plan, den Sie nach einem Jahr aufgeben.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel Geld brauche ich, um mit dem Investieren anzufangen?
Über eine wertschriftenbasierte Säule 3a können Sie mit kleinen monatlichen Beträgen starten. Bei vielen Online-Brokern und Anlage-Apps beginnen ETF-Sparpläne bei wenigen Franken pro Monat. Wichtig ist, anzufangen und regelmässig einzuzahlen.
Was ist der Unterschied zwischen einem Fonds und einer Aktie?
Eine Aktie ist ein Anteil an einem einzelnen Unternehmen. Ein Fonds bündelt das Geld vieler Anlegerinnen und Anleger und kauft einen Korb aus Aktien oder anderen Anlagen, was das Risiko streut. Für Einsteiger ist ein breiter Indexfonds — in der Säule 3a oder im Depot — meist der einfachere Start.
Zahle ich in der Schweiz Steuern, wenn ich Wertschriften mit Gewinn verkaufe?
Kursgewinne auf beweglichem Privatvermögen (Aktien, ETFs) sind für Privatanlegerinnen und -anleger in der Regel steuerfrei. Steuerbar sind Dividenden und Zinsen als Einkommen; das Depot zählt zum Vermögen und unterliegt der kantonalen Vermögenssteuer. Wer wie ein gewerbsmässiger Wertschriftenhändler auftritt, kann anders behandelt werden.

Informativer Inhalt, keine Finanz-, Steuer- oder Rechtsberatung. Prüfen Sie Beträge, Grenzwerte und aktuelle Bedingungen direkt bei offiziellen Quellen (FINMA, Ausgleichskasse, Eidgenössische Steuerverwaltung, RAV/SECO, esisuisse), bevor Sie eine Entscheidung treffen.

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