🌱 EinsteigerWas sind Fonds und ETFs, und wie wählt man?
Ein Fonds ist ein gemeinsamer Topf: Viele Anlegerinnen und Anleger zahlen ein, und ein Verwalter kauft nach den Regeln des Fonds einen Korb aus Anlagen. Sie besitzen Anteile am Fonds und tragen sowohl den Anstieg als auch den Rückgang mit. Fonds und ETFs sind die häufigste Art, in der Schweiz zu investieren, weil sie das Risiko automatisch streuen und wenig Aufwand machen. Doch der Unterschied zwischen einem guten und einem teuren Fonds kann gross sein, vor allem wegen der Gebühr. Hier gehen wir die Fondstypen durch, wie die Gebühr das Ergebnis beeinflusst und worauf Sie vor der Wahl achten sollten.
Die häufigsten Fondstypen
Fonds werden meist danach benannt, wie viel Risiko sie eingehen. Ein Aktienfonds hält vor allem Aktien — höchste erwartete Rendite, grösste Schwankungen. Ein Strategie- oder Mischfonds kombiniert Aktien und Obligationen (etwa 25, 45 oder 60 % Aktien). Ein Obligationenfonds hält vor allem festverzinsliche Papiere — kleinere Schwankungen, tiefere Rendite. Indexfonds und ETFs bilden innerhalb jeder Kategorie einen Marktindex zu tiefen Kosten nach, statt zu versuchen, ihn zu schlagen.
Aktiv verwaltete Fonds versuchen, Gewinner auszuwählen, und verlangen dafür mehr. Studien zeigen, dass die meisten aktiven Fonds ihren Vergleichsindex nach Kosten langfristig nicht schlagen — deshalb sind günstige Indexfonds für viele zur Basisanlage geworden, in der Säule 3a und im freien Depot.
Warum die Gebühr so stark ins Gewicht fällt
Die Fondsgebühr wird als jährlicher Prozentsatz Ihres Vermögens angegeben (TER, Total Expense Ratio) und laufend abgezogen, ob der Fonds gut oder schlecht läuft. Der Unterschied zwischen 0,2 % und 1,2 % klingt klein, kostet über 30 Jahre aber leicht Zehntausende Franken, weil die Gebühr auch die künftige Rendite auf dieses Geld wegnimmt. Achten Sie bei ETFs zusätzlich auf Depotgebühren der Bank und Stempelabgaben beim Kauf.
Vorsicht bei Fonds, die über den Bankschalter oder mit einer Vermittlungsprovision verkauft werden — sie tragen oft höhere Gebühren. Der Wechsel des Brokers oder des Fonds löst in der Schweiz keine Kapitalgewinnsteuer aus (Privatvermögen), es fallen aber Transaktions- und allenfalls Stempelkosten an.
Wie Sie wählen
Für die meisten läuft die Wahl so: ein Risikoniveau wählen, das zum Zeithorizont passt, dann den Fonds mit der tiefsten Gebühr auf diesem Niveau von einem seriösen Anbieter. Für die Säule 3a Jahrzehnte vor der Pensionierung heisst das meist ein Aktien-Indexfonds mit hoher Aktienquote. Nähern Sie sich dem Bezug (Wohnkauf, Pensionierung), verschieben manche das Gewicht Richtung gemischt.
Ausserhalb der Säule 3a genügen ein bis zwei breite, günstige Fonds: ein weltweiter Aktien-ETF als Kern, optional ergänzt durch einen Obligationen-ETF, wenn Sie das Risiko senken wollen. Mehr Fonds bringen selten bessere Diversifikation und machen die Sache nur unübersichtlicher.
Häufig gestellte Fragen
- Was ist eine vernünftige Fondsgebühr?
- Für einen breiten Index-ETF oder eine günstige 3a-Lösung sind grob 0,2–0,6 % pro Jahr üblich und angemessen. Aktiv verwaltete Fonds und Bank-3a-Kontolösungen mit Fonds liegen oft bei 1 % oder mehr. Je höher die Gebühr, desto stärker muss der Fonds überdurchschnittlich abschneiden, nur um mit einem günstigen Indexfonds gleichzuziehen.
- Muss ich beim Fondskauf eine Stempelabgabe zahlen?
- Beim Kauf und Verkauf von in- und ausländischen Wertschriften über eine Schweizer Bank fällt die eidgenössische Umsatzabgabe (Stempelsteuer) an — 0,075 % auf Schweizer und 0,15 % auf ausländische Titel. Beim Erstkauf von Anteilen eines Anlagefonds direkt bei der Fondsleitung fällt sie nicht an.
- Kann ich in einem breiten Fonds mein ganzes Geld verlieren?
- In einem breiten Weltaktienfonds praktisch nicht, weil er tausende Firmen in vielen Ländern hält. Der Wert kann in einer Krise stark fallen — ein Aktienfonds kann in einem schlechten Jahr 20–30 % verlieren —, aber dass alle Unternehmen weltweit gleichzeitig wertlos werden, ist kein realistisches Szenario. Einzelaktien und enge Fonds sind eine andere Sache.
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